LEGO Eisenbahn-Nostalgie

Meine LEGO-Eisenbahn

Wie bereits im Artikel Seilbahn-Nostalgie erwähnt, bin ich in den 1980er-Jahren Kind gewesen. Damals hatte ich mir alles Mögliche zu Weihnachten gewünscht und oft auch erhalten. Als ich älter wurde mussten Altes entsorgt werden. Was genau mit den einzelnen Spielsachen geschah, weiss ich nicht mehr. Vielleicht ist es auch besser so.

Vierzig Jahre später denke ich wieder an die Zeit, als ich Kind war. Was hatte ich damals für tolle Spielsachen! Schade, dass sie nicht aufbewahrt wurden! Zum Glück waren die Spielsachen von damals robust und langlebig. Es gibt sie heute noch! Wie die LEGO-Eisenbahn! Natürlich gibt es auch heute von LEGO noch Eisenbahnen zu kaufen. Aber nicht die, von damals. Meine LEGO-Eisenbahn!

Bei der Recherchen bin ich über eine wunderbare Seite gestossen: Die Geschichte der LEGO Eisenbahn. Der Autor erzählt dort von seiner Kindheit und dokumentiert die Welt der LEGO-Eisenbahn der 1980er-Jahre. Eine wahre Inspirationsquelle! Den LEGO-Eisenbahn-Katalog von 1980 gibt es auf dieser Internetseite zum Abruf: https://horst-lehner.mausnet.de/lego/katalog/ek80/index.htm

Fast genau so hat es in meinem Kinderzimmer ausgesehen:

Quelle: https://horst-lehner.mausnet.de/lego/katalog/ek80/index.htm

Wenn ich den Katalog von damals anschaue, kommen die Kindheitserinnerungen an die LEGO-Eisenbahn zurück. Der chice rot-gelbe-Zug, die “ferngesteuerten” Weichen und Signale und die tollen Lampen! Mein Herz tut weh, wenn ich daran denke, dass dies alles im Laufe der Zeit aus meinem Leben verschwunden ist.

Viel Bares für Rares

Was rar ist, ist teuer. Das habe ich gemerkt. Eine LEGO-Eisenbahn aus den 1980er-Jahren heute noch in gutem Zustand kaufen? Möglich, aber sehr teuer. Nun, gut Ding will Weile haben und so habe ich von einem Verkäufer in Norddeutschland dieses Inserat des “rot-gelben” Zuges gesehen, den auch ich hatte:

Bei so einem Inserat musste ich einfach zugreifen! Und ja, ich habe mich gut erinnert daran, wie ich mich als 7-Jähriger in den frühen Achtzigerjahren unter dem Weihnachtsbaum gefühlt habe! Genau so habe ich mich wieder gefühlt, als das Paket aus Norddeutschland pünktlich vor Weihnachten ankam!

Die Restaurierung

Im Inserat war beschrieben, dass die Aufkleber nicht ganz gerade aufgeklebt wurden und dass die drei gelben Steine für den Fahrplan fehlten (im Bild jedoch sichtbar). Zudem fehlten vom Schienen-Oval die geraden Gleisstücke. Was mir aufgefallen war, dass die Haftreifen der Lokomotive durch handelsübliche Gummiringe ersetzt wurden.

Kein Problem! Im Internet bekommt man alle Ersatzteile. Die drei gelben Steine hatte ich im Nu bestellt. Die fehlenden sechs geraden Gleisstücke waren auch kein Problem. Die Aufkleber…. da gab es die Originale für mehrere hundert Franken. Und es gab jemand, der solche Aufkleber durch “modernste Standards und Verfahren” eigens anfertigte. Zu einem sensationellen Preis (nicht aus China, wohlgemerkt). Dieses Produkt überzeugte! So habe ich die alten Kleber alle entfernt und den kompletten Zug – inklusive Fahrplan – neu beklebt. Die Haftreifen kann man auch heute noch als Kopie durch “modernste Standards und Verfahren” gefertigt beziehen. Bestellt, geliefert, montiert. Passt.

Was fehlt noch? Der Trafo! Auch den gibt es zum Glück noch häufiger auf den Internetplattformen dieser Welt zu kaufen – sogar mit OVP!

Das Resultat

Fazit

Es war und ist noch immer ein wunderbares Gefühl wieder Eigentümer einer solchen LEGO-Eisenbahn zu sein. Zugegeben habe ich keinen Platz das Set dauerhaft aufgestellt zu haben, aber ab und an werde ich es aus der Schachtel holen und mich daran erfreuen!

Auf nach Kanada…

… hiess es im Trix Hauptkatalog von 2003/2004 als dieses Modell (Trix 12253) vorgestellt wurde.

Die Geschichte

Die vier verbleibenden Dieseltriebzüge RAm TEE der SBB und NS wurden 1974 zum Verkauf ausgeschrieben und waren schliesslich bei der Ontario-Nortland-Railway (ONR) als “Northlander” in Betrieb. Die Fahrzeuge erhielten eine neuen Farbanstrich und wurden umgebaut. Zu den Umbauten gehörten zusätzliche Isolierungen sowie der Einbau von neuen Scheinwerfern, Kennlichtern, Nummernkästen und Glocken nach kanadischen Standards. Nach der Umstellung des “Northlanders” auf kanadisches Wagenmaterial wurden Teile des Zuges Ende der 1990er wieder nach Europa verschifft.

Exclusiv

Dieses Modell wurde nur 2003 in einer einmaligen Serie für die Märklin-Händler-Initiative (MHI) gefertigt.

Bei einem niederländischen Modellbahnhändler konnte ich eines dieser seltenen Modelle in praktisch neuwertigem Zustand erwerben.

Der digitale Einsteig – Teil 3

Modellbahnsteuerung am Computer

Voraussetzung ist die in Der digitale Einsteig – Teil 1 erwähnte z21 start Digitalzentrale. Damit nun aber die z21 mit einem Computer verbunden werden kann, wird noch das z21 WLAN Package benötigt.

Dieser WLAN-Router erst setzt den für die Verbindung mit dem Computer. Wichtig zu wissen: Man braucht dafür kein WLAN (WiFi) zu haben. Der Router dient primär nur als Schnittstelle zwischen der z21-Zentrale und dem Computer. Selbstverständlich kann man den Computer (z.B. das Notebook oder das Tablet) auch per WLAN mit der z21 verbinden. Aber es geht auch alles per Netzwerkkabel.

Besonderheiten beim Einsatz einer z21

Die Roco/Fleischmann z21 hat aus historischen Gründen standardmässig eine Adressverschiebung von +4. Eine Weiche mit der Adresse 1 schaltet mit der Adressverschiebung auf Adresse 5 (also +4).

Diese Adressverschiebung muss korrigiert werden. Die Korrektur muss sowohl in der z21 als auch in iTrain gemacht werden. Wie das gemacht wird, lesen Sie weiter unten.

Anschluss der z21 an den Computer

Um nun den Computer mit der z21 zu verbinden, wird das erwähnte z21 WLAN-Package benötigt. Der Aufbau und Anschluss der Komponenten sind sehr gut dokumentiert. Wichtiger Punkt ist die erwähnte Adressverschiebung zu korrigieren. Auf dem Computer wird dazu das z21 Maintenance Tool installiert. Nach dem Verbinden des Tools an die z21 muss unter dem Menüpunkt Einstellungen die Option “DCC Weichenadressierung konform mit RCN-213” aktiviert werden:

Erst wenn bei dieser Option das Häkchen gesetzt ist, entsprechend die Zubehöradressen der Decoder auch tatsächlich der Adressen in der Zentrale.

Modellbahnsteuerungssoftware

Hersteller für Software für die Modellbahnsteuerung gibt es sehr viele auf dem Markt. Da verliert man leicht den Durchblick und kann sich nur schwer für eine Software entscheiden. Ich habe mich für die Software iTrain entschieden. Für den Einstieg reicht die kostenlose Version, welche zum Download angeboten wird. Es handelt sich dabei NICHT um eine Testlizenz. In der Zwischenzeit habe ich mir jedoch die Lite-Lizenz für 119 € gekauft. Auf der Homepage https://www.berros.eu/de/itrain/ gibt es eine Übersicht über die verschiedenen Editionen.

Aller Anfang ist schwer. Die Software iTrain bietet jedoch ein ausführliches Handbuch sowie ein Forum mit Tutorials. Trotzdem sei an dieser Stelle ein “Schnelleinstieg” gezeigt um die erste Weiche schalten zu können.

Als erster Schritt wird eine Schnittstelle definiert. Im Endeffekt wird nur Name und Typ benötigt. Die restlichen Angaben werden automatisch konfiguriert:

Um die Adressverschiebung zu deaktivieren, muss im Reiter “Spezifisch” die Option “Zubehör Adressen-Offset” deaktiviert werden, d.h. es darf kein Häkchen dort sein:

Danach kann mit dem Gleisbild-Editor die erste Weiche eingefügt werden:

Über die Eigenschaften der Weiche wird dann der Name und die Zubehöradresse vergeben:

Die Zubehöradresse ist die Adresse, die auf dem Qdecoder (siehe Der digitale Einsteig – Teil 2) einprogrammiert wurde.

Nach dem Übernehmen des Gleisbildes ist nun die erste Weiche konfiguriert und kann durch Anklicken geschaltet werden:

Schematische Übersicht

In der schematischen Übersicht könnte das Setup mit Weichen, Decoder, Zentrale und Computer dann so aussehen:

Die Bedienung der Weichen (und Loks) über die Multimaus ist weiterhin möglich.


Aus der Praxis

In der Praxis sieht das bei mir dann so aus:

Computer mit iTrain, z21 start, z21 WLAN-Router sowie Multimaus.
Die Qdecoder wobei der erste Qdecoder (Nr. 1) in der oberen Reihe an den Anschlüssen 1-8 die Magnetweichen konfiguriert. Alle übrigen Decoder und Anschlüsse sind für Motorweichen programmiert.

Im nächsten Blog-Beitrag geht es um das Schalten von Signalen

Der digitale Einsteig – Teil 2

Fortsetzung von Der digitale Einsteig – Teil 1

Weichen digital schalten

Auf meiner Anlage habe ich sowohl Weichen von Fleischmann als auch jene von Kato. Nun erstmal eine Erklärung zu den Weichenarten:

Weichenarten

Die Fleischmann piccolo-Weichen (z.B. Artikel 9179) sind grundsätzlich für den Handbetrieb ausgelegt. Damit die Weiche geschaltet werden kann, wird ein elektromagnetischer Weichenantrieb (Artikel 640000) benötigt. Wenn an der Weiche der Weichenantrieb aufgesteckt ist, haben wir eine Magnetweiche. Der Antrieb hat insgesamt drei Kabel: 2 x braun, 1 x schwarz.

Die Kato Unitrack-Weiche (z.B. Artikel 7078201) hat bereits einen Unterflurantrieb (Magnetspulenantrieb) eingebaut. Trotzdem ist das keine Magnetweiche, sondern eine Motorweiche. Die Weiche hat nur zwei Kabel: 1 x rot, 1 x schwarz.

Decoder

Damit sowohl Magnetweichen als auch Motorweichen geschaltet werden können, wird ein Decoder benötigt, der beide Weichenarten unterstützt. Ich habe mich für einen Decoder der Firma Qdecoder entschieden: Motorweichendecoder Qdecoder ZA2-16N

Obwohl der Decoder sich “Motorweichendecoder” nennt, hat er die Eigenschaft auch Magnetweichen schalten zu können. In der Beschreibung steht dann auch “Der ZA2-16N kann zugleich auch Magnetweichen schalten.” Zusätzlich kann der Decoder auch noch zwei- und dreibegriffige Signale schalten. Dazu später mehr.

An einem Decoder lassen sich insgesamt 8 Weichen anschliessen (4 auf jeder Seite).

Decoder-Programmierung und -Anschluss

Um den Decoder zu programmieren empfehle ich die Investition in den Qdecoder Programmer mit der Software Qrail (welche mit dem Programmer mitgeliefert wird). Mit Qrail lassen sich die Decoder wirklich einfach programmieren.

Angeschlossen wird der Programmer direkt am Decoder mittels dem mitgelieferten Anschlusskabel:

Der Programmer selbst benötigt natürlich noch Strom über das mitgelieferte Netzteil und Anschluss an den Computer über das mitgelieferte USB-Kabel.

Auf dem Computer (mit Windows) die Software Qrail installieren. Danach kann über Decoder > Decoder Konfiguration erstellen > Decoder auslesen eine neue Konfiguration erstellt werden. Im ersten Schritt sollten Sie dieses Bild haben:

Nun kann man einfach per Doppelklick auf das Magnet- oder Motorweichen-Symbol (in der Palette in der rechten Seitenleiste) die Weichen beginnend am Anschluss 1 zuordnen. Die Software ordnet die Weichen den Anschlüssen automatisch zu:

Das Symbol links stellt einen Magnetartikel dar (also eine Fleischmann-Weiche) und das Symbol in der Mitte eine Motorweiche (also eine Kato-Weiche):

In meinem Beispiel habe ich nun an den Anschlüssen 1-8 Magnetweichen angeschlossen und auf der anderen Seite an den Anschlüsse 9-16 die Motorweichen:

Meinen Decoder habe ich so programmiert, dass die Weichen links die Adressen 11-14 und die Weichen rechts die Adressen 15-18 haben. Im Endeffekt ist das völlig egal und man kann die Weichen auch fortlaufend nummerieren, also z.B. von 1-8 am ersten Decoder, 9-16 am zweiten Decoder u.s.w.

Wichtig bei der Programmierung ist eben diese Zubehöradresse, welche in den Eigenschaften jeder Weiche definiert wird:

Am Schluss wird mit dem Button “Alle CV’s schreiben” die Konfiguration auf den Decoder geschrieben. Nun ist der Decoder programmiert und kann vom Programmer abgehängt werden. Bei den ersten Versuchen empfiehlt sich, je ein Weichentyp am Decoder anzuschliessen, um die Funktion zu prüfen.

Modifikation Kato-Weichen

Bevor die Kato-Weichen am Decoder angeschlossen werden können, muss das Anschlusskabel “modifiziert” werden:

Schnipp-schnipp

Denn von nun an müssen die Kato-Weichen nicht mehr von Hand geschaltet werden:

Der Anschluss der beiden Weichentypen erfolgt wie folgt:

Die beiden braunen Kabel der Fleischmann-Weichen jeweils an den nummerierten Anschlüssen 1+2, 3+4, 5+6 und 7+8. Das schwarze Kabel kommt an den +-Anschluss. Bei vier Weichen muss man jeweils zwei schwarze Kabel an einen +-Anschluss führen.

Das rote und das schwarze Kabel der Kato-Weichen werden auch jeweils an den nummerierten Anschluss geführt. Also 9+10, 11+12, 13+14 sowie 15+16. Wie erwähnt besitzen die Kato-Weichen nur zwei Kabel.

Über den im Qrail integrierten Test-Modus können die einzelnen Weichen nun getestet werden:

Sollte die Weichenstellung vertauscht sein, können einfach die beiden braunen Kabel der Fleischmann-Weichen oder das rote und schwarze Kabel der Kato-Weichen getauscht werden.

Steuerung der Weichen mit der Multimaus

Der fertige programmierte Decoder kann nun an der z21 angeschlossen werden. Auch die Weichen können jetzt mit dem Decoder, wie oben beschrieben, verbunden werden. Schematisch dargestellt könnte das so aussehen:

Wie im Schema dargestellt, gibt es entweder die Möglichkeit die beiden roten und schwarzen Kabel (Trafo und Gleis) vom Decoder entweder jeweils über eine Klemme oder direkt zur z21 zu führen. Oder alternativ jeweils am Decoder zu schlaufen.

In der realen Welt sieht das dann zum Beispiel so aus:

Im Bild sind die Drähte der Kato-Weiche (Anschlüsse 9+10) weiss/blau anstatt rot/schwarz wie im Blog beschrieben.

An der Multimaus kann nun mit der Weichen-Taste die entsprechende Zubehöradresse der gewünschten Weiche angesteuert werden. Mit den Pfeiltasten wird die Weiche dann geschaltet.


Praxis-Tipp

Wer nicht gerne lötet oder die bekannten Querlochstecker zum Verbinden von Kabel nutzt, kann auf die Verbindungsklemmen von WAGO zurückgreifen. Ich nutze die “WAGO-Klemmen” sehr gerne, weil man ohne Schraubenzieher und Lötkolben Kabel ganz einfach verbinden kann.

Wichtig ist dabei nur, dass die Kabel auf eine Länge von ca. 1 cm abisoliert werden. Dann Hebel hoch, Kabel rein, Hebel runter. Fertig

Die Klemmen gibt es als 2er, 3er und 5er-Klemme. Ideal auch als Verteiler zu nutzen.


Fortsetzung: Der digitale Einsteig – Teil 3

Heizwagen der RhB

Der Artikel ist im März 2020 publiziert und im September 2021 aktualisiert worden.

1980 stellte die RhB im Anschluss an die Lieferung der Einheitswagen EW II mit den D 4219-4226 ihre jüngste Serie Gepäckwagen in Dienst. Sie prägen heute gemeinsam mit den EW I und II das Bild der Züge auf der Albulabahn bzw. das zahlreicher Stammnetz-Züge.

Um im Winter genügend Heizenergie – auch bei langen Kompositionen – zur Verfügung zu haben, wurden sieben Gepäckwagen mit Stromabnehmern, Transformatoren und dazugehöriger Elektronik nachgerüstet. Diese Heizwagen wurden ab Winter 2010/11 in die Kompositionen eingereiht und stellten sicher, dass alle Kunden das Ziel witterungsunabhängig in warmen Reisezugwagen erreichten.

Das 3D-Modell

Der Schweizer Hersteller RhBModellbahn.com hat den Gepäckwagen DS 4219 im 3D-Drucker in zwei Varianten, mit und ohne beweglichem Pantograph, hergestellt. Ich habe mir das Modell ohne beweglichen Pantograph bestellt. Das Modell überzeugt durch einen detailgetreuen 3D-Druck, eine sorgfältige Lackierung und gute Laufeigenschaften.

Bei BAHNBILDER.de gibt es ein Aufnahme dieses Wagens im Einsatz: https://www.bahnbilder.de/bild/schweiz~rhaetische-bahn~gepack–und-postwagen/411804/re1269-bei-trun-fuehrt-ebenfalls-einen.html

Das Kato-Modell

In der Zwischenzeit hat auch Kato den Heizwagen im Q3/2021 auf den Markt gebracht. Das Modell trägt die Betriebsnummer DS 4223 und ist in der gewohnten Detailtreue und Qualität erschienen.

Die beiden Modelle im Vergleich

Museumsloktransport

Manchmal finden sich bei Ricardo & Co. auch echte Bijous. So konnte ich dieses handgefertigte Einzelstück eines Museumsloktransportes ersteigern.

Das Modell wurde von einem Schweizer Modellbauer hergestellt, welcher jedoch besonders alte Flugzeuge als Grossmodelle baut.

Die Szene stellt den Transport einer Museumslok zum Bestimmungsort dar. Das Modell enthält auch einen Schwerlastanhänger für die letzten Meter auf der Strasse, eine Kiste mit Zubehör sowie zwei Radsätze.

Die Lok selbst ist ein schon fast antikes Spielzeug einer französischen Firma, welche ab den 1960er-Jahren unter dem Namen “Rail-Route Toys” vor allem Miniaturautos aber eben auch Schienenfahrzeuge im Massstab 1:143 hergestellt hatte. Später benannte sich die Firma in “Majorette” um und stellte die Produktion von Zügen ein.


Das Ladegut ist auf einem umgebauten Autozug-Verladewagen von Hobbytrain (Typ Skls-tv) mit der Wagen-Nummer 20 63 436 3 108-4 verbaut. Das Wappen “Schwyz” auf der Dampflokomotive hat jedoch keinen realen Bezug.

Ich persönlich finde es ein absolut gelungenes Modell, welches meine Modelleisenbahnanlage auf jeden Fall um ein besonderes Schmuckstück bereichert. Vielen Dank an den Erbauer!

Neuzugänge: Shinkansen, RAm TEE und Union Pacific

Shinkansen

Eine gewisse Affinität zu Japan kann ich nicht verleugnen. Hatte ich doch kürzlich eine positive Erfahrung mit meiner Bestellung aus Japan (こんにちは (Konnichiwa) aus Japan) und auch Trams von dort sind bereits bei mir im Einsatz (Kato- vs. Tomytec-Trams).

So konnte ich es mir nicht nehmen lassen, einen bei einer kürzlichen Auktion übrig gebliebenen Shinkansen zum Schnäppchenpreis zu erstehen.

Das Modell stammt gemäss Nachfrage beim Hersteller KATO aus den 1980er Jahren. Eine undatierte aber offenbar aus dieser Zeit stammende Katalogseite zeigt das Modell:

Meine Nachfrage an den Hersteller hatte auch den Hintergrund zu erfahren, in welcher Reihenfolge die Wagen korrekt zusammengesetzt werden. Auf Grund der Details aus der Katalogseite habe ich es hoffentlich geschafft, den Triebzug korrekt aufzugleisen.

Obwohl das Modell bereits rund 40 Jahre alt ist, waren erste Fahrversuche auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke erfolgreich!

Thematisch passt der Zug zwar genauso wenig in die Sammlung wie der Schienenbus aus Deutschland. Aber ein Hingucker ist das Modell allemal!


RAm TEE

Der zweite Neuzugang ist eine längst überfällige Ergänzung meiner Sammlung: Der SBB RAm TEE (Minitrix 12224) Dieseltriebzug. Der kurze vierteilige Triebzug, von dem es nur 5 Stück gab, hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Nachdem er bei der SBB im Einsatz war, wurde er nach Kanada verkauft und war für die Ontario Northland Railway (ONR) im Einsatz. Auch in dieser Farbgebung gibt es den Zug als Modell. Leider ist dieses Set aber wirklich sehr rar und sehr teuer.

Mein Modell habe ich bei einem spanischen Händler erstanden, nachdem ich Jahre lang immer wieder verschiedenste überteuerte Angebote auf den einschlägigen Verkaufsplattformen im Auge hatte. Es ist in einem sehr guten Zustand:

Die Fahreigenschaften waren nach x-Jahren in der Verpackung allerdings etwas mager. Die beiden Schnecken sowie die beiden Drehgestelle im Ultraschallbad 15 Minuten gebadet und nach dem Zusammenbau etwas geölt. Schon fährt der schöne Zug wieder einwandfrei.


Union Pacific

Auch dieses Modell (Kato 176-265, 176-263 und 176-294) passt thematisch überhaupt nicht in meine Sammlung. Doch diese grossen, starken und in einer schicken gelben Farbgebung gehaltenen amerikanischen Diesellokomotiven gefallen mir einfach.

Die als EMD-E-Serie bekannten Lokomotiven wurden von der General Motors Electro-Motive Division (EMD) gebaut. Diese Baureihe wurden von 1937 bis 1963 produziert.

Die Union Pacific Railroad hatte insgesamt 24 A-Units (Nummern 925–942) und 24+4 B-Units (926B–949B).

In den USA wurden für die Beförderung schwerer Güterzüge in Mehrfachtraktion führerstandslose Diesellokomotiven entwickelt, die man als B-Unit oder als Booster bezeichnete. Diese wurden von einer A-Unit, also einer Lokomotive mit einem Führerstand, aus gesteuert.

Der digitale Einsteig – Teil 1

Von Analog zu Digital

Meine Modelleisenbahn ist bisher analog betrieben worden. Mit analogen Loks, analoger Weichensteuerung und ohne Computer-Steuerung. Der geplante Umbau der Anlage hat mich dazu bewogen darüber nachzudenken, zumindest die Weichen künftig über den Computer steuern zu lassen. Also digital steuern. Digital fahren kommt für mich aber weiterhin nicht in Frage. Primär aus dem Grund, dass ich den Aufwand und die Kosten abschrecken alle Loks zu digitalisieren zumal gewisse Loks keinen Stecksockel haben wo man einfach einen Decoder einstecken könnte.

Trotzdem wollte ich aber die Möglichkeit haben, das digitale fahren zumindest testen zu können. Beispielsweise dann, wenn ich eine Lok mit Decoder ersteigert habe, die ich gerne auf die Funktionsfähigkeit testen möchte.

Schritt 1: Beschaffung einer Zentrale

Zum Thema Digitalisierung und Digitalzentrale gibt es bereits unzählige Artikel. Roco/Fleischmann bietet ein preiswertes z21 start Digitalset an. Da ich aber weder Gleise noch Züge benötige, sondern nur die Zentrale, welche es nicht einzeln zu kaufen gibt, habe ich mich Online-Markplätzen umgeschaut und bin dort fündig geworden. Eine neue z21 start mit Multimaus und Netzteil für 100 CHF. Ein faires Angebot.

Der Aufbau und Anschluss der Zentrale sind recht einfach und gut dokumentiert. Ich habe an meine Zentrale ein Kato Gleisanschlusskabel angeschlossen. Dazu habe ich auf der einen Seite des Kabels den Stecker abgeschnitten, sodass ich das Kabel mit dem Decoder (Gleisausgang) verbinden konnte.

Modellbahnsteuerung am Computer

Falls Sie den Computer mit der z21 verbinden wollen, benötigen Sie noch das z21 WLAN Package. Dieses Set enthält einen WLAN-Router sowieo einen Freischaltcode für die z21 start-Zentrale. Dieses Package gibt es schon für unter 50 CHF bei den Elektronik-Anbietern.

Alternativ können Sie auch eine z21 kaufen anstatt einer z21 start aus einem Startset.

Schritt 2: Decoder einbauen

Wie oben erwähnt habe ich nicht vor digital zu fahren. Rein aus Interesse habe ich aber dennoch eine meiner Loks digitalisieren wollen. Dazu habe ich die Städtelok “Stadt Basel” genommen und einen passenden Decoder gekauft. Gemäss Beschreibung hat die Lok eine “Steckschnittstelle nach NEM 651 zum Einbau eines Decoders”.

Decoderhersteller gibt es auch zahlreiche. Auf Empfehlung eines befreundeten Modelleisenbahners habe ich auf das Produkt der Marke “ESU” gesetzt und einen LokPilot 5 micro DCC, 6-pin Direkt (Artikel-Nr. 59827) gekauft.

Wichtig bei der Auswahl des Decoders ist, dass er auch analog eingesetzt werden kann. Die meisten modernen Decoder haben diese Eigenschaft und dies entsprechend auch dokumentiert.

Der “Waschzettel”, also die Bedienungsanleitung der Lok, hilft beim Öffnen der Lok und korrekten Einbauen des Decoders.

Standardmässig ist bei einer anlogen Lok also bereits ein sogenannter Brückenstecker verbaut der nun gegen den eigentlichen Decoder ausgetauscht wird. In meinem Beispiel sieht der eingebaute Brückenstecker so aus:

Nun kann der Brückenstecker abgezogen werden. Der Brückenstecker und der neue Decoder im Vergleich:

In meinem Beispiel hat der Decoder noch einen Kabelbaum. Man kann die Kabel mit etwas spatzig (man weiss nie, ob man den Anschluss doch irgendwann mal noch braucht) abknipsen und dann mit etwas Isolierband auf der Platine fixieren. Einfach schauen, dass die Mechanik nicht behindert wird und keine blanken Stellen vorhanden sind.

Ich habe mich entschieden, die Kabel nicht abzuknipsen sondern einfach (vermutlich weniger fachmännisch) zu fixieren.

Dann, Gehäuse wieder montieren und fertig ist der Einbau des Decoders.

Schritt 3: Lok erfassen und Decoder programmieren

Im letzten Schritt muss die Lok in der Multimaus erfasst (angemeldet) und auf die gewünschte Adresse mit der sogenannten Konfigurationsvariable 1, kurz CV1, programmiert werden. Zum Programmmieren wird am einfachsten ein Programmiergleis erstellt und an den Decoder angeschlossen:

Lok anlegen

Die Erfassung geschieht über die Multimaus in folgenden Schritten:

  1. Mit den Pfeiltasten “NEU ?” auswählen und mit OK bestätigen.
  2. Danach der Lok einen Namen geben, z.B. Basel, und mit OK bestätigen.

3. Nun wird die Lokadresse (also die CV1) abgefragt. Standardmässig erscheint 3 als Adresse. Da die meisten Loks mit der Adresse 3 ausgeliefert werden sollte die Adresse also geändert werden. Ich habe mich für 32 entschieden. Dies eingeben und mit OK bestätigen.

4. Nun kann die Anzahl der Fahrstufen ausgewählt werden. Ich belasse dies auf dem Standard von 128 und bestätige mit OK.

Nun ist die Lok in der Bibliothek unter dem Namen “Basel” und der Adresse “32” gespeichert.

Lok programmieren

Die Lok selbst ist nun aber noch nicht auf die Decoderadresse 32 programmiert. Ab Werk erhalten die meistens Loks respektive die Decoder den Wert 3. Die werkseitige Lokadresse findet sich meistens in der Bedienungsanleitung. Nun muss die Lok auf das Programmiergleis gestellt und auf der Multimaus folgende Schritte ausgeführt werden:

  1. Die Tastenkombination MENU + 1 drücken. Damit versucht die Multimaus die auf dem Programmiergleis stehende Lok zu erkennen. Falls das erfolgreich ist, erscheint W=3 auf dem Display

2. Nun kann dieser Wert mit dem zuvor in der Lok-Bibliothek definierten Wert, in meinem Beispiel 32, überschrieben werden und die Eingabe mit OK bestätigen.

Nun hat der Lok-Decoder auch die Adresse 32.

Fertig.


Fortsetzung: Der digitale Einsteig – Teil 2

CNL-Wagen von L.S. Models

Wie bereits berichtet (siehe Neuzugänge: CNL und Graue Maus) habe ich mir die City Night Line-Wagensets von L.S. Models zugelegt.

Der Minimum-Radius

Bereits bei der Recherche und vor dem Kauf wurde ich darauf hingewiesen, dass die Wagen einen Minimum-Radius in Kurven von 228 mm verlangen. Auf dem Kato Unitrack-Kreis habe ich einen Minimum-Radius von 249.5 mm – also kein Problem.

Die erste Fahrt endete dann aber doch abrupt, da sich einige Wagen in der Kurve aus der Schiene hoben, wie in diesem Bild erkennbar:

Nach einer entsprechenden weiteren Recherche in den einschlägigen Modellbahnforen ergab sich leider ein ernüchterndes Bild. Im Gegensatz zum Problem mit dem Autoverladezug (Pimp my BLS Autoverladewagen-Zug), wo die Ursache eine schlechte Verarbeitung war, ist hier die Ursache auf eine sehr detailgetreue Verarbeitung zurückzuführen. Die Wagen haben eine sehr massstäbliche Kastenkonstruktion.

Die Hauptursache ist, dass die Kupplungen den Wagenkasten berühren und an den Puffern hängen bleiben.

Die Modellbahnkollegen haben die Probleme mit dem Entgleisen mit unterschiedlichen “Workarounds” behoben, wie z.B.:

  • Austausch der Kupplungen
  • Abschleifen un/oder Entgraten gewisser Teile
  • Höherlegen der Drehgestelle
  • Lockern der Drehgestellschrauben

Austausch der Kupplungen

So habe ich die erste und einfachste Art der Problembehebung getestet: Austausch der Standard-Kupplungen durch eine Fleischmann Profi-Kupplung. Und siehe da: Er entgleiste nicht mehr!

Im Vergleich der Standard- und Profi-Kupplung ist ersichtlich, dass die Profi-Kupplung deutlich passgenauer und tiefer liegt. Das reicht schon aus, damit in den Kurven die Kupplung unter den Puffern durchscheren mag.

Fazit

In meinem Fall konnte ich das Problem mit dem einfachen Austausch der Kupplungen lösen. Das muss natürlich nicht für alle Fälle gelten. Aber ein Versuch ist es allemal wer, bevor man den Zug entweder wieder veräussert oder sich mit der Feile daran betätigt.

Neuzugänge: CNL und Graue Maus

Meine Fahrzeugsammlung hat wieder zwei Neuzugänge zu verzeichnen:

City Night Line (CNL)

Die City Night Line-Komposition besteht aus zwei Wagensets von L.S. Models. Die Firma L.S. Models ist eine luxemburgisch/belgische Firma, die sich die Herstellung von feinen, vorbildgetreuen Modellbahn-Fahrzeugen und Zubehör nach europäischen Vorbildern zur Aufgabe gemacht hat.

Die beiden Wagensets (Artikel-Nummern 79001 und 79002) wurden 2007 produziert und sind grundsätzlich ausverkauft. Wie so oft konnte ich dank unermüdlicher Recherche die Sets noch auftreiben. Ein Set war noch bei einem Händler in Schweiz auf Lager, das andere Set konnte ich bei einem niederländischen Händler ergattern und per DHL zusenden lassen. Selbstverständlich nicht ohne die üblichen Verzollungskosten und der Mehrwertsteuer-Abgeltung.

Details: City Night Line

RABe EuroCity alias Graue Maus

Sehr günstig konnte ich die “Graue Maus” erwerben (Hobbytrain 14100). Das Fahrzeug war als defekt bei einem bekannten Second Hand-Händler angeboten worden. Dank einem einfachen Austausch der defekten Kupplungen ist die Komposition nun wieder fahrfähig (https://www.sciurus.ch/2021/02/08/die-tuecken-mit-dem-hobbytrain-tee/).

Der RABe EuroCity ging aus dem RAe TEE II hervor. Nach 30 Einsatzjahren wurden die Züge 1988/89 umgebaut und es wurden auch Sitze in der zweiten Klasse angeboten. Das klassische Farbbild Elfenbein/Rot verschwand und sie wurden in Hellgrau/Dunkelgrau gehalten, was ihnen den Übernamen “Graue Maus2 einbrachte. Die umgebauten Züge wurden auf den Strecken Zürich–Mailand und Zürich–Stuttgart eingesetzt, ehe sie auf Grund häufiger Störungen (Trafoschäden, Achsbrüche) die letzten Jahre nur noch als Zubringer zu TGV-Zügen zwischen Bern und Frasne verwendet wurden.

Auf diesem Zubringer von Bern nach Frasne habe auch ich das erste mal in diesem Zug gesessen.