Der digitale Einsteig – Teil 1

Von Analog zu Digital

Meine Modelleisenbahn ist bisher analog betrieben worden. Mit analogen Loks, analoger Weichensteuerung und ohne Computer-Steuerung. Der geplante Umbau der Anlage hat mich dazu bewogen darüber nachzudenken, zumindest die Weichen künftig über den Computer steuern zu lassen. Also digital steuern. Digital fahren kommt für mich aber weiterhin nicht in Frage. Primär aus dem Grund, dass ich den Aufwand und die Kosten abschrecken alle Loks zu digitalisieren zumal gewisse Loks keinen Stecksockel haben wo man einfach einen Decoder einstecken könnte.

Trotzdem wollte ich aber die Möglichkeit haben, das digitale fahren zumindest testen zu können. Beispielsweise dann, wenn ich eine Lok mit Decoder ersteigert habe, die ich gerne auf die Funktionsfähigkeit testen möchte.

Schritt 1: Beschaffung einer Zentrale

Zum Thema Digitalisierung und Digitalzentrale gibt es bereits unzählige Artikel. Da ich die Zentrale nur für Testzwecke benötige habe ich mich entschieden, ein günstiges Produkt zu kaufen. Fleischmann bietet preiswerte z21 start Digitalset an. Da ich aber weder Gleise noch Züge benötige, sondern nur die Zentrale welche es nicht einzeln zu kaufen gibt, habe ich mich Online-Markplätzen umgeschaut und bin dort fündig geworden. Eine neue z21 start mit Multimaus und Netzteil für 100 CHF. Ein faires Angebot.

Der Aufbau und Anschluss der Zentrale ist recht einfach und gut dokumentiert. Ich habe an meine Zentrale ein Kato Gleisanschlusskabel angeschlossen. Dazu habe ich auf der einen Seite des Kabels den Stecker abgeschnitten, sodass ich das Kabel mit dem Decoder (Gleisausgang) verbinden konnte.

Schritt 2: Decoder einbauen

Wie oben erwähnt habe ich nicht vor digital zu fahren. Rein aus Interesse habe ich aber dennoch eine meiner Loks digitalisieren wollen. Dazu habe ich die Städtelok “Stadt Basel” genommen und einen passenden Decoder gekauft. Gemäss Beschreibung hat die Lok eine “Steckschnittstelle nach NEM 651 zum Einbau eines Decoders”.

Decoderhersteller gibt es auch zahlreiche. Auf Empfehlung eines befreundeten Modelleisenbahners habe ich auf das Produkt der Marke “ESU” gesetzt und einen LokPilot 5 micro DCC, 6-pin Direkt (Artikel-Nr. 59827) gekauft.

Wichtig bei der Auswahl des Decoders ist, dass er auch analog eingesetzt werden kann. Die meisten modernen Decoder haben diese Eigenschaft und dies entsprechend auch dokumentiert.

Der “Waschzettel”, also die Bedienungsanleitung der Lok, hilft beim Öffnen der Lok und korrekten Einbauen des Decoders.

Standardmässig ist bei einer anlogen Lok also bereits ein sogenannter Brückenstecker verbaut der nun gegen den eigentlichen Decoder ausgetauscht wird. In meinem Beispiel sieht der eingebaute Brückenstecker so aus:

Nun kann der Brückenstecker abgezogen werden. Der Brückenstecker und der neue Decoder im Vergleich:

In meinem Beispiel hat der Decoder noch einen Kabelbaum. Man kann die Kabel mit etwas spatzig (man weiss nie, ob man den Anschluss doch irgendwann mal noch braucht) abknipsen und dann mit etwas Isolierband auf der Platine fixieren. Einfach schauen, dass die Mechanik nicht behindert wird und keine blanken Stellen vorhanden sind.

Ich habe mich entschieden, die Kabel nicht abzuknipsen sondern einfach (vermutlich weniger fachmännisch) zu fixieren.

Dann, Gehäuse wieder montieren und fertig ist der Einbau des Decoders.

Schritt 3: Lok erfassen und Decoder programmieren

Im letzten Schritt muss die Lok in der Multimaus erfasst (angemeldet) und auf die gewünschte Adresse mit der sogenannten Konfigurationsvariable 1, kurz CV1, programmiert werden. Zum Programmmieren wird am einfachsten ein Programmiergleis erstellt und an den Decoder angeschlossen:

Lok anlegen

Die Erfassung geschieht über die Multimaus in folgenden Schritten:

  1. Mit den Pfeiltasten “NEU ?” auswählen und mit OK bestätigen.
  2. Danach der Lok einen Namen geben, z.B. Basel, und mit OK bestätigen.

3. Nun wird die Lokadresse (also die CV1) abgefragt. Standardmässig erscheint 3 als Adresse. Da die meisten Loks mit der Adresse 3 ausgeliefert werden sollte die Adresse also geändert werden. Ich habe mich für 32 entschieden. Dies eingeben und mit OK bestätigen.

4. Nun kann die Anzahl der Fahrstufen ausgewählt werden. Ich belasse dies auf dem Standard von 128 und bestätige mit OK.

Nun ist die Lok in der Bibliothek unter dem Namen “Basel” und der Adresse “32” gespeichert.

Lok programmieren

Die Lok selbst ist nun aber noch nicht auf die Decoderadresse 32 programmiert. Ab Werk erhalten die meistens Loks respektive die Decoder den Wert 3. Die werkseitige Lokadresse findet sich meistens in der Bedienungsanleitung. Nun muss die Lok auf das Programmiergleis gestellt und auf der Multimaus folgende Schritte ausgeführt werden:

  1. Die Tastenkombination MENU + 1 drücken. Damit versucht die Multimaus die auf dem Programmiergleis stehende Lok zu erkennen. Falls das erfolgreich ist, erscheint W=3 auf dem Display

2. Nun kann dieser Wert mit dem zuvor in der Lok-Bibliothek definierten Wert, in meinem Beispiel 32, überschrieben werden und die Eingabe mit OK bestätigen.

Nun hat der Lok-Decoder auch die Adresse 32.

Fertig.


Im nächsten Blog-Beitrag geht es dann um das digitalisieren von Weichen und Steuern der Weichen über den Computer.